Vom Wasserdampf zum Tauwasser

Wasserdampf ist unsichtbar und ständig in unserer Raumluft vorhanden. Kühlt sich die Luft so weit ab, dass sie den enthaltenen Wasserdampf nicht mehr speichern kann, wird daraus flüssiges Wasser – Tauwasser entsteht.

Entscheidend ist dabei nicht nur die Luftfeuchtigkeit, sondern vor allem die Temperatur der Oberfläche.

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💡 Schimmel wächst nicht aus dem Nichts. Erst Feuchtigkeit und ein organischer Nährboden schaffen sein persönliches Wohlfühlklima.

Warum entsteht Schimmel ausgerechnet hier?

Schimmelsporen sind ein natürlicher Bestandteil unserer Umwelt. Sie befinden sich ständig in der Luft – sowohl im Freien als auch in Innenräumen. Ein vollständig sporenfreier Raum existiert praktisch nicht.

Erst wenn Feuchtigkeit über einen längeren Zeitraum vorhanden ist und organische Nährstoffe wie Tapetenkleister, Holz, Papier, Staub oder andere Materialien zur Verfügung stehen, finden Schimmelpilze ideale Wachstumsbedingungen und beginnen sich auszubreiten.

Schimmel – ja oder nein?

Die Feuchtigkeit der Raumluft kondensiert als Tauwasser an der kältesten Oberfläche des Raumes. In diesem Beispiel ist das die schlecht gedämmte Zweifachverglasung. Dabei kann so viel Wasser entstehen, dass es sogar auf die Fensterbank läuft.

Schimmelt das Fenster deshalb automatisch? Nein.

Solange das Tauwasser regelmäßig entfernt wird oder durch die warme Luft des Heizkörpers wieder abtrocknen kann, entsteht in der Regel kein Schimmel. Die Fensterscheibe besitzt keinen organischen Nährboden und trocknet durch die Luftzirkulation schnell wieder ab.

Problematisch wird es erst, wenn das Wasser dauerhaft stehen bleibt, in angrenzende Baustoffe wie Tapeten, Holz oder Mauerwerk eindringt und dort über längere Zeit nicht mehr abtrocknen kann. Erst dann entstehen ideale Bedingungen für Schimmelpilze

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💡 Auch schlecht gedämmte Bauteile können dauerhaft schimmelfrei sein.

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💡 Neu ist nicht automatisch schimmelfrei – erst eine gute Planung macht moderne Fenster dauerhaft sicher.

Alles neu - immer Schimmelfrei?

Nachdem das alte Fenster gegen ein modernes Dreifachfenster ausgetauscht wurde, die Anschlüsse luftdicht ausgeführt und vorhandene Zugluft beseitigt wurden, sollte das Bauteil nun eigentlich problemlos funktionieren – sollte man zumindest meinen.

Doch ganz so einfach ist es nicht.

Das neue Fenster besitzt eine deutlich bessere Wärmedämmung. Die Innenscheibe bleibt dadurch wesentlich wärmer und beschlägt im Winter kaum noch. Die Feuchtigkeit in der Raumluft ist jedoch unverändert vorhanden – sie sucht sich nun die kälteste Oberfläche im Raum.

Oft sind das die Fensterecken oder die Fensterlaibung. Wird zusätzlich der Heizkörper unter dem Fenster durch eine Fußbodenheizung ersetzt, fehlt die aufsteigende Warmluft, welche die Laibung bisher mit erwärmt hat. Dadurch kann die Oberflächentemperatur in den Ecken weiter absinken und es kann dort zu Tauwasserausfall kommen.

Mit einer guten Planung lässt sich dieses Risiko jedoch zuverlässig vermeiden. Eine gedämmte Fensterlaibung, spezielle Kalziumsilikatplatten, ausreichend warme Oberflächen sowie eine kontrollierte Luftfeuchtigkeit sorgen dafür, dass auch ein modernes Dreifachfenster im Altbau dauerhaft schimmelfrei bleibt.

Das Wichtigste auf einen Blick

🔹 Tauwasser entsteht immer dann, wenn feuchte Raumluft auf eine ausreichend kalte Oberfläche trifft.

🔹 Nicht das Tauwasser ist das eigentliche Problem – sondern wenn es dauerhaft nicht mehr abtrocknen kann.

🔹 Schimmel benötigt drei Voraussetzungen: Feuchtigkeit, einen organischen Nährboden und ausreichend Zeit zum Wachsen.

🔹 Neue Fenster verursachen keinen Schimmel – sie verändern lediglich den Ort, an dem Tauwasser entstehen kann.

🔹 Eine gute Planung berücksichtigt Dämmung, Luftzirkulation, Oberflächentemperaturen und das Lüftungsverhalten der Bewohner.

🔹 Wer die Zusammenhänge versteht und die Luftfeuchtigkeit im Blick behält, kann die meisten Feuchteschäden vermeiden.

Nicht das Bauteil entscheidet – sondern die Planung