Wasser in seinen Formen
Vom Eis über Wasser bis zum Wasserdampf
An kalten Winterabenden wird Feuchtigkeit sichtbar: Der Atem steigt auf, der Kessel dampft und warme Luft trifft auf die kalte Umgebung. Genau dieselben Vorgänge beeinflussen täglich das Raumklima und die Bausubstanz unserer Gebäude. Sie zu verstehen ist der erste Schritt zu einem gesunden Raumklima und einem dauerhaft schadensfreien Zuhause.
Wasser begleitet uns jeden Tag
Wasser umgibt uns ständig. Es begegnet uns als Eis in fester Form, als flüssiges Wasser und als unsichtbarer Wasserdampf in der Luft. Je nach Temperatur und vorhandener Wassermenge wechselt es fortlaufend zwischen diesen Zuständen – ganz ohne unser Zutun.
Diese natürlichen Vorgänge gehören zu den grundlegenden Gesetzen der Physik und beeinflussen unser tägliches Leben ebenso wie unsere Gebäude. Feuchtigkeit entsteht, bewegt sich, kondensiert oder verdunstet – unabhängig davon, ob wir sie wahrnehmen oder nicht.
Wer diese Zusammenhänge versteht, schafft die Grundlage für ein gesundes Raumklima, vermeidet Feuchteschäden und kann die richtigen baulichen Maßnahmen gezielt auswählen und dauerhaft wirksam umsetzen.
Eis – Wasser in seiner festen Form
Wird Wasser ausreichend abgekühlt, geht es in seine feste Form über – das Eis. Dies geschieht durch natürliche Einflüsse wie Frost im Winter, kann aber auch technisch gewollt sein, beispielsweise in Kühlräumen oder Gefrieranlagen.
Beim Übergang von flüssigem Wasser zu Eis vergrößert sich das Volumen um etwa 9 %. Dabei entstehen enorme Kräfte. Viele kennen dieses Phänomen von einer Wasserflasche, die versehentlich in der Gefriertruhe vergessen wurde und anschließend geplatzt ist.
Diese Volumenvergrößerung kann auch an Gebäuden erhebliche Schäden verursachen. Dringt Wasser in Risse, Fugen oder poröse Baustoffe ein und gefriert dort, wirkt der entstehende Druck direkt auf das Material. Gleichzeitig verlieren viele Baustoffe bei niedrigen Temperaturen einen Teil ihrer Elastizität und können Belastungen schlechter aufnehmen.
Das Zusammenspiel aus Frost, Wasser und Materialbeanspruchung muss deshalb bei der Planung und Ausführung von Bauwerken berücksichtigt werden. Fachleute prüfen mögliche Frostbelastungen, wählen geeignete Materialien aus und sorgen konstruktiv dafür, dass sich Wasser nicht an kritischen Stellen sammeln oder beim Gefrieren Schäden verursachen kann.
Wasser dehnt sich beim Gefrieren um etwa 9 % aus
Wasser findet oft Wege, die wir ihm nicht zugetraut hätten
Wasser -
geht seinen Weg
Wasser ist erstaunlich schwer zu bändigen. Wer schon einmal versucht hat, eine mit Wasser gefüllte Abfalltüte anzuheben, kennt das Problem. Oft verformt sie sich so stark, dass man sie schließlich am oberen Ende packt und das Wasser wie einen einzigen großen Tropfen bewegt.
Genau diese Eigenschaften machen Wasser so besonders. Es passt sich jeder Form an, fließt selbst durch kleinste Öffnungen und findet oft Wege, die wir ihm nicht zugetraut hätten. Sein Verhalten wird dabei von verschiedenen physikalischen Eigenschaften bestimmt – unter anderem von der Oberflächenspannung und der Kapillarwirkung.
Verantwortlich dafür ist unter anderem die Oberflächenspannung. Sie sorgt dafür, dass Wasserteilchen zusammenhalten. Gut beobachten lässt sich das an einem randvoll gefüllten Glas, bei dem sich die Wasseroberfläche sichtbar nach oben wölbt, bevor es schließlich überläuft. Die gleiche Eigenschaft ermöglicht es sogar Wasserläufern, sich auf der Wasseroberfläche fortzubewegen.
Zusammen mit der sogenannten Kapillarwirkung kann Wasser in feinen Hohlräumen sogar entgegen der Schwerkraft aufsteigen. Im Bauwesen stellt uns das vor besondere Herausforderungen, denn Wasser nutzt selbst kleinste Wege. Deshalb müssen Abdichtungen sorgfältig geplant und fachgerecht ausgeführt werden.
Wasserdampf – sichtbar und unsichtbar
Luftfeuchtigkeit ist die am schwierigsten zu beherrschende Form des Wassers. Sie ist ständig vorhanden und für unser Wohlbefinden unverzichtbar.
Warme Luft kann deutlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft. Kühlt sie ab, wird die überschüssige Feuchtigkeit als Wasser sichtbar. Der beschlagene Spiegel nach dem Duschen oder die beschlagene Fensterscheibe im Schlafzimmer sind typische Beispiele dafür.
Wer diese Zusammenhänge versteht und die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer überwacht, schafft die Grundlage für ein gesundes Raumklima und kann Feuchteschäden wirksam vermeiden.
Warme Luft kann deutlich
mehr Feuchtigkeit speichern
als kalte Luft.
Das Wichtigste auf einen Blick
Wasser begegnet uns in drei verschiedenen Formen: als Eis, als flüssiges Wasser und als Wasserdampf. Obwohl es immer derselbe Stoff ist, unterscheiden sich seine Eigenschaften erheblich.
Eis kann durch seine Ausdehnung beim Gefrieren große Kräfte entwickeln die sogar Flachdachbahnen abschälen oder durch das reine Gewicht die Standsicherheit beeinflusst.
Flüssiges Wasser findet selbst kleinste Wege und stellt hohe Anforderungen an Abdichtungen. Eindeckungen, Anschlüsse und in stark Regen erignissen auch an die Abflußleitungen.
Wasserdampf ist unsichtbar, ständig vorhanden und beeinflusst unser Raumklima maßgeblich, muß gemessen werden und die konzentration sollte immer im Auge behalten werden
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